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Kolpingjugend und das Osterei

Das alljährliche Ostereiersuchen der Kolpingjugend am Ostermontag fällt wie so viele andere traditionellen Veranstaltungen dem aktuellen Infektionsgeschehen zum Opfer. Aber Ostern ohne Schokohase? Die Kolpingjugend will nicht kampflos resignieren, und so haben sich die Verantwortlichen eine Alternative ausgedacht und wollen Familien und Kinder dennoch zum Naturlehrpfad locken.

Ab Karfreitag nachmittags ist am Naturlehrpfad im Hagenauer Forst ein Abschnitt mit farbigen Holzeiern geschmückt. Entlang der Wegstrecke verbergen sich darunter auch Eier, auf denen ein Buchstabe aufgedruckt ist. Diese Buchstaben-Eier gilt es zu finden.

Am Start dieser Wegstrecke liegen Laufkarten aus, auf denen sowohl die genaue Wegstrecke eingezeichnet ist als auch die Farben der betreffenden Eier. Wird ein Buchstabe gefunden, wird dieser auf das entsprechende Ei auf der Laufkarte eingetragen. Die Eier selbst bleiben vor Ort, damit auch andere kleine „Sucher“ eine Chance haben. Sind alle Eier gefunden und das Lösungswort komplett, kann der Laufzettel am Ostermontag zwischen 14:00 Uhr und 17:00 Uhr am Kolpinghaus an der Gerolsbacher Str. 11 gegen den Schokohasen eingetauscht werden. Natürlich unter Einhaltung der geltenden AHA-Regeln.

„Wir hoffen auf eine große Resonanz“, so die Verantwortlichen, „schließlich wollen wir allen Widrigkeiten zum Trotz ´unseren´ Ostermontag behalten und ein bisschen Spaß verbreiten.“

Es wird darauf hingewiesen, dass das Parken an der Staatsstraße nicht gestattet ist!


Die Schrobenhausener Kolpingstandarte von 1857 illustriert Papst-Schreiben

Menschen der zweiten Reihe gestern wie heute wichtig

 

„Der heilige Josef erinnert uns daran, dass all jene, die scheinbar im Verborgenen oder in der ‚zweiten Reihe‘ stehen, in der Heilsgeschichte eine unvergleichliche Hauptrolle spielen“, schreibt Papst Franziskus im Apostolischen Schreiben „Patris corde“, mit dem er im Dezember 2020 für 2021 ein Josefsjahr ausgerufen hat. Die Standarte der Kolpingfamilie Schrobenhausen aus dem Jahr 1857 zeigt auf einer Seite ein von dem großen Sohn der Stadt Schrobenhausen, Franz von Lenbach, gemaltes Bild des heiligen Josef. Der Katholische Gesellenverein, wie die Kolpingfamilie ursprünglich hieß, gab den jungen Handwerksgesellen, die damals Menschen der „zweiten Reihe“ waren, durch Bildung, gelebten Glauben und Gemeinschaft eine bessere Zukunft.

 

Papst Franziskus erinnert mit seinem Schreiben an die Erhebung des heiligen Josef zum „Patron der Kirche“ durch Papst Pius IX. im Jahr 1870. Bereits zuvor hatte der katholische Sozialreformer Adolph Kolping (1813-1865) den Mann Marias und Ziehvater Jesu zum Patron seines Werkes gewählt.

 

Die Schrobenhausener Kolpingsöhne – damals nur Männer – ließen bereits ein Jahr nach ihrer Gründung im Jahr 1856 den heiligen Josef mit dem Gebetsruf „Gott schütze das ehrbare Handwerk“ auf ihrer Fahne abbilden. Die Stickereien übernahmen kostenlos die Ordensfrauen der Englischen Fräulein. Geweiht wurde die Standarte am Maria Himmelfahrtstag 1858. Die mittels Geldspenden angeschaffte Standarte ist als der wertvollste Besitz der Kolpingfamilie bis heute erhalten. Ausgestellt ist sie mittlerweile im Heimatmuseum.

 

Heute ist das Kolpingwerk in über 60 Nationen der Erde verbreitet. Als Handlungsfelder des Verbandes nennt das Leitbild des Kolpingwerkes Deutschland: „Wir eröffnen Perspektiven für junge Menschen“, „Wir gestalten Arbeitswelt mit“, „Wir sind Anwalt für Familie“ und „Wir bauen an der Einen Welt“. Das Kolpingwerk sieht sich ganz auf der Linie von Papst Franziskus, der in Patris Corde frägt: „Wie können wir über die Menschenwürde sprechen, ohne uns dafür einzusetzen, dass alle und jeder Einzelne eine Chance auf einen würdigen Lebensunterhalt haben?“ An einer anderen Stelle schreibt der Papst aus Argentinien: „Die Arbeitslosigkeit, von der viele Brüder und Schwestern betroffen sind und die in jüngster Zeit aufgrund der Covid-19-Pandemie zugenommen hat, muss zum Anlass werden, unsere Prioritäten zu überprüfen. Bitten wir den heiligen Josef, den Arbeiter, dass wir einmal verbindlich sagen können: Kein junger Mensch, keine Person, keine Familie ohne Arbeit!“

 

Seit 1621 feiert die katholische Kirche am 19. März das Hochfest des heiligen Josef. In Bayern war dieser Tag bis 1968 ein allgemeiner Feiertag. Schon zu Lebzeiten Adolph Kolpings feierten die von ihm gegründeten Vereine das „Josef-Schutzfest“. 


Kolpinggedenktag in abgespeckter Form

Motto: „Schenkt der Welt ein menschliches Gesicht“

 

Trotz der aktuell schwierigen Lage wollte die Kolpingfamilie den alljährlichen Kolpinggedenktag nicht komplett ausfallen lassen und entschied, diesen heuer rein als Familiengottesdienst abzuhalten. Die Ehrung der Jubilare fand ebenfalls in diesem Rahmen statt. Daneben riefen die Kolpinger zu allen Gottesdiensten in St. Jakob und St. Salvator an diesem Tag zu Lebensmittelspenden zugunsten der Schrobenhausener Tafel auf, deren Kunden besonders unter der aktuellen Situation leiden.

Die Messe in der Stadtpfarrkirche, die vom Kolping-Pastoralteam gestaltet wurde, stand unter dem Motto: „Schenkt der Welt ein menschliches Gesicht“, eine Zeile aus dem Musical „Kolpings Traum“. In seiner Predigt spannte Stadtpfarrer und Kolpingpräses Bühler den Bogen vom Gesellenvater Adolph Kolping, der zu Beginn der Industrialisierung den Handwerksgesellen beistand, hin zum kürzlich verstorbenen Geistlichen Rat Johann Menzinger, der ebenfalls viele Jahre Kolpingpräses in Rain am Lech war. „Steht auf und gebt der Welt ein Lebenszeichen; in jedem von Euch brennt dasselbe Licht – schenkt der Welt ein menschliches Gesicht“, heißt es im Schlußrefrain des Musicals. Beiden sei gemein gewesen, dass sie sich den Nöten ihrer Zeit nicht verschlossen hätten, sondern ihren Nächsten dieses menschliche Gesicht gezeigt haben: Sie hatten ein offene Ohr für die Sorgen und Ängste, halfen, wo Hilfe nötig war, kurz sie machten Gott und Gottes Liebe wieder „gesellschaftsfähig“, nicht als Theologen, sondern als Seelsorger vor Ort. Genau das sei auch das Geheimnis der Heiligen Nacht, so Bühler weiter: Gott schenkt der Welt ein menschliches Gesicht.

Dieses menschliche Gesicht blickt uns an und sagt: „Du bist einzigartig und wertvoll. Du bist gut, so wie du bist.“ Für Pfarrer Menzinger war die Corona-Alltagsmaske bis zum Schluß keine Ausrede für zurückgehende Nächstenliebe, bedeckt sie doch nicht die Augen, nicht die Ohren und schon gar nicht das Herz: „Die Nöte der Zeit werden Euch lehren, was zu tun ist.“

Im Anschluß an die Messfeier bat Präses Bühler die Kolpingjubilare des Jahres (soweit erschienen), an ihren Plätzen zu verweilen. Angelika Hartwig, Mitglied des Leitungsteams, überreichte jedem Jubilar und jeder Jubilarin mit einem persönlichen Wort die Urkunde samt einem kleinen Präsent – mit gefordertem Abstand und unter Einhaltung aller Hygienevorschriften.

 

Geehrt wurden für 10 Jahre Mitgliedschaft Anna Forster, Hannelore Kastl, Gisela Moser, Josefine Stichlmair; für 25 Jahre Pfr. Stefan Gast, Alexander Höcht, Maria Neumair; für 40 Jahre Anton Brandstetter sen., Christoph Haberer, Gabriele Kneißl, Horst Knopf, Agathe Mayer, Martina Pawlitschko-Riedl, Rudi Pawlitschko, Regina Reiter, Rosi Straub, Michael Wenger; für 60 Jahre Günther Gradwohl, Hans Schwarz; für 65 Jahre Georg Mühlbauer, Franz Mayer sen.

Die Jubilare der Kolpingfamilie zusammen mit Angelika Hartwig vom Leitungsteam (links) und Stadtpfarrer und Kolpingpräses Georg Leonhard Bühler (hinten, 6. von rechts)
Die Jubilare der Kolpingfamilie zusammen mit Angelika Hartwig vom Leitungsteam (links) und Stadtpfarrer und Kolpingpräses Georg Leonhard Bühler (hinten, 6. von rechts)

Leuchtende Kinderaugen für den Kolping-Nikolaus

Nikolaus ohne Nikolaus? Geht gar nicht! Das war den Jugendlichen um Anna Mayer und Ela Dörfler klar, und so organisierten sie auch heuer wieder Corona zum Trotz den Nikolausdienst; in abgespeckter Form und unter Einhaltung aller Hygienevorgaben. Ihr Lohn: freudige Kinder mit leuchtenden Augen, wenn Bischof Nikolaus mit Begleiter Grampus in gebührendem Abstand vor der Haustüre stand. „Wir wollten trotz Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz unter den Kostümen ein Stück Normalität verbreiten“, so Anna Mayer. „Ein Nikolausteam bestand sogar aus Bruder und Schwester, also gemeinsamer Haushalt“, ergänzt sie lächelnd. Im Vorfeld wurde mit den Eltern vereinbart, ein paar Zeilen via Email „an den Nikolaus“ zu schicken und die Geschenke schon vorab vor die Tür zu stellen, damit der Besuch möglichst kontaktlos abläuft. Der Wettergott war den Jugendlichen auch gewogen, sodass viele Familien auch Zeit fanden, kleine Gedichte vorzutragen oder gemeinsam an der Haustüre zu singen, nachdem der Bischof mit dem weißen Bart aus seinem goldenen Buch vorgelesen hatte. Und oftmals brachte Sankt Nikolaus nicht nur Geschenke, sondern erhielt auch von den Kindern selbstgebackene Plätzchen, selbstgemalte Bilder oder kleine selbstgebastelte Tannenzapfen-Nikoläuse als kleines Dankeschön mit auf den Weg.

In einem Punkt waren sich alle einig: Dieser Nikolaustag war ein ganz Besonderer. 


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