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Kolping besucht Kolping in Tschechien

Partnerschaft mit Velká Bíteš lebt buchstäblich im 13. Jahr

 

Ein freudiges Wiedersehen mit alten und neuen Freunden auf beiden Seiten gab es beim diesjährigen Partnerschaftstreffen der Kolpingfamilien aus Schrobenhausen und dem tschechischen Velká Bíteš. Drei Generationen Schrobenhausener Kolpinger zwischen 16 und 80 Jahren machten sich auf den knapp 600km langen Weg in die Kleinstadt an den böhmisch-mährischen Höhen, organisiert von Brigitte und Michael Behrendt auf deutscher sowie Miriam Ševčíkova und Tomáš Ševčík auf tschechischer Seite, und zeigten damit, dass diese Partnerschaft Alt und Jung immer noch in ihren Bann zieht und sie auch im 13. Jahr ihres offiziellen Bestehens nichts an Anziehung verloren hat. Dass die Wettervorhersage für Brünn und Umgebung eher durchwachsen und Regen anzeigte, war für das Stadtfestwochenende und die Stimmung unter den Teilnehmern wenig von Bedeutung.

Nach siebenstündiger Fahrt durch Berufsverkehr und Dutzende von Baustellen erreichte die Gruppe am Freitagabend gegen 21 Uhr ihr Ziel und wurde von mit großem Hallo und vielstimmigem „Srdecne Vítejte“ im Pfarrhaus von Velká Bíteš willkommen geheißen. Dem Begrüßungsimbiss folgte dann noch ein erster Rundgang durch das nächtliche Treiben des Altstadtfests. So mancher spechtete dabei sicher schon die passendste Örtlichkeit für den gemeinsamen nächsten Abend aus. Am Samstagvormittag stand ein Besuch von Žďár nad Sázavou und der nahegelegenen Wallfahrtskirche Zelená Hora des heiligen Johannes von Nepomuk auf dem Programm. Žďár nad Sázavou  ist Sitz des Kolpingwerks Tschechien, die Wallfahrtskirche zählt seit 1994 zum UNESCO-Welterbe und wird aktuell von Grund auf restauriert. Im „Museum der neuen Generation“ im Schloss von Žďár nad Sázavou gingen Gastgeber und Gäste auf 800 Jahre Zeitreise, von der ersten Besiedelung der Gegend durch Mönche, den Bau des Klosters bis zur jetzigen Nutzung als Schloss. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in Žďár nad Sázavou und einem weiteren Abstecher ins Pfarrhaus von Velká Bíteš zum Kaffee blieb Zeit zum privaten Plausch mit den jeweiligen „Gasteltern“, bis dann das Stadtfest zum gemeinsamen Feiern rief - ohne den vorhergesagten Regen. Dass es dennoch feucht-fröhlich zuging, braucht sicher nicht extra erwähnt zu werden. Trotz aller Sprachbarrieren wurden auch wieder neue Kontakte geknüpft, auch zu Nicht-Kolpingmitgliedern, was zu dem Schluss verleitet, dass diese europäische Partnerschaft noch länger weiterbestehen wird. Am Sonntagvormittag folgte nach dem Gottesdienst der Besuch des traditionellen Folkloreumzugs durch die Altstadt. Die restliche Zeit bis zum Mittagessen nutzen viele zum Einkaufen, zum Bummeln oder zum Besuch des Stadtmuseums. Während des abschließenden Mittagessens wurde bereits am Termin und am möglichen Programm für das nächste Partnerschaftstreffen 2020 in Schrobenhausen getüftelt. Aber davor standen noch sieben Stunden Heimfahrt vor den Schrobenhausenern.


Die gute alte schlechte Zeit

Wer sich für Kunst und Geschichte interessiert, braucht eigentlich nicht weit zu fahren – Schrobenhausen hat hier auch einiges zu bieten. Unter anderem das Zeiselmairhaus mit seinem Handwerkermuseum, das Ende Juli Ziel einer kleinen Gruppe Interessierter war.

 

Frau Schwarz, die Ehefrau unseres Kolpingbruders Hans Schwarz, übernahm die Führung beim Rundgang durch das älteste Haus Schrobenhausens (erbaut 1478). Während der rund einstündigen Führung erhielten die Besucher einen guten Eindruck von der kargen Lebenswirklichkeit, die hier stattgefunden hat. Die niedrigen Türrahmen und Stufen zeugen davon, dass die Menschen im späten Mittelalter eher von kleinem Wuchs waren.

 

In der guten Stube im Erdgeschoss skizzierte sie ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten In der Lachen, woher die Lachen wohl ihren Namen hat, womit die Kinder seinerzeit spielten usw. Der Ofen als einzige Wärmequelle des Hauses wurde von der nebenan liegenden Rauchkuchel beheizt.

 

Ende des 17. Jahrhunderts war das Zeislmairhaus eine Leinweberei, ab 1860 Wohn- und Arbeitsstätte der Schuhmacherfamilie Zeislmair. Der erste Stock des Hauses zeugt von beiden Handwerken, seien es die alten Spinnräder samt Garnspindeln, der alte Webstuhl aus vorindustrieller Zeit oder die Werkstatt des Schuhmachers mit all seinen Werkzeugen, Leisten und dem gerahmten Original-Meisterbrief des Wolfgang Zeiselmair, ausgestellt von der Handwerkskammer Oberbayern im Jahr 1922. Zeitweise lebten in dem Haus zwei Familien gleichzeitig, was sich ob der beengten Verhältnisse niemand so recht vorstellen konnte.

 

Im kleinen Garten des Hauses hat man einen besonderen Blick auf den Kirchturm von St. Jakob. Wer sich die teils renovierten Häuser wegdenkt, kann sich die Aussicht auf den sakralen Bau, der ungefähr zur selben Zeit errichtet wurde, gut vorstellen. Der Nachmittag klang dann gesellig, wie es sich für einen Kolpingausflug ziemt, im Biergarten des benachbarten Bauernbräu bei einer frühen Brotzeit aus. 


Kolping-Gäste aus Südafrika besuchen Schrobenhausen

Kolpinghaus, Kolping-Stele und Bauer Ziel von südafrikanischer Kolpingspitze

 

Father Kizito Gugah und Judith Turner vom Vorstand des Kolpingwerkes in Südafrika waren am 17. Juli 2019 zu einem Kurzbesuch in Schrobenhausen. Gugah, katholischer Priester des Erzbistums Kapstadt und Kolping-Nationalpräses, und die Nationalkoordinatorin Turner wurden von Franz Mayer von der Kolpingsfamilie Schrobenhausen durch das Kolpinghaus, zur Kolping-Stele und durch das Werk Aresing der Firma Bauer Maschinen GmbH geführt.

 

Kolping in der Diözese Augsburg unterstützt über die Kolpingstiftung-Rudolf-Geiselberger Projekte des katholischen Sozialverbandes am Kap. Bei über 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Südafrika versucht Kolping mit der Unterstützung der Stiftung jungen Menschen durch das sogenannte Work Opportunity Programm (WOP) eine neue Hoffnung durch Ausbildung zu geben. Ein weiteres Projekt hilft Teenie-Müttern bei der Bewältigung des Alltags. Mayer gehörte bis 2018 dem Vorstand des Kolpingwerkes in der Diözese Augsburg an und war für die Partnerschaftsarbeit mit Ungarn, Indien und Südafrika zuständig. Gugah und Turner freuten sich daher sehr, Franz Mayer wiederzutreffen. Bei der Besichtigung des Kolpinghauses an der Gerolsbacher Straße erzählte Mayer über die Arbeit der örtlichen Kolpingsfamilie. Beeindruckt waren die beiden afrikanischen Gäste auch von der Stele mit den Bronzeplatten zum Leben des seligen Adolph Kolping (1813-1865) vom Schrobenhausener Künstler Karl-Heinz Torge bei der Salvatorkirche. Abschließend führte Franz Mayer die beiden Gäste durch das Bauer-Werk in Aresing. „Einfach toll, die Geschichte und den Erfolg dieser deutschen Firma zu hören“, sagt Father Kizito nach der Besichtigung. 

Nationalkoordinatorin Judith Turner (Mitte) und Nationalpräses Father Kizito Gugah (2.v.l.) aus Südafrika wurden von Franz Mayer (rechts) durch Schrobenhausen geführt. Begleitet wurden die südafrikanischen Gäste von Tamara Kieser vom Kolping-Diözesanvorstand Bamberg (2.v.r.) und von Karl Schneider vom diözesanen Arbeitskreis Eine Welt (links). 


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