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Kolpinggedenktag in abgespeckter Form

Motto: „Schenkt der Welt ein menschliches Gesicht“

 

Trotz der aktuell schwierigen Lage wollte die Kolpingfamilie den alljährlichen Kolpinggedenktag nicht komplett ausfallen lassen und entschied, diesen heuer rein als Familiengottesdienst abzuhalten. Die Ehrung der Jubilare fand ebenfalls in diesem Rahmen statt. Daneben riefen die Kolpinger zu allen Gottesdiensten in St. Jakob und St. Salvator an diesem Tag zu Lebensmittelspenden zugunsten der Schrobenhausener Tafel auf, deren Kunden besonders unter der aktuellen Situation leiden.

Die Messe in der Stadtpfarrkirche, die vom Kolping-Pastoralteam gestaltet wurde, stand unter dem Motto: „Schenkt der Welt ein menschliches Gesicht“, eine Zeile aus dem Musical „Kolpings Traum“. In seiner Predigt spannte Stadtpfarrer und Kolpingpräses Bühler den Bogen vom Gesellenvater Adolph Kolping, der zu Beginn der Industrialisierung den Handwerksgesellen beistand, hin zum kürzlich verstorbenen Geistlichen Rat Johann Menzinger, der ebenfalls viele Jahre Kolpingpräses in Rain am Lech war. „Steht auf und gebt der Welt ein Lebenszeichen; in jedem von Euch brennt dasselbe Licht – schenkt der Welt ein menschliches Gesicht“, heißt es im Schlußrefrain des Musicals. Beiden sei gemein gewesen, dass sie sich den Nöten ihrer Zeit nicht verschlossen hätten, sondern ihren Nächsten dieses menschliche Gesicht gezeigt haben: Sie hatten ein offene Ohr für die Sorgen und Ängste, halfen, wo Hilfe nötig war, kurz sie machten Gott und Gottes Liebe wieder „gesellschaftsfähig“, nicht als Theologen, sondern als Seelsorger vor Ort. Genau das sei auch das Geheimnis der Heiligen Nacht, so Bühler weiter: Gott schenkt der Welt ein menschliches Gesicht.

Dieses menschliche Gesicht blickt uns an und sagt: „Du bist einzigartig und wertvoll. Du bist gut, so wie du bist.“ Für Pfarrer Menzinger war die Corona-Alltagsmaske bis zum Schluß keine Ausrede für zurückgehende Nächstenliebe, bedeckt sie doch nicht die Augen, nicht die Ohren und schon gar nicht das Herz: „Die Nöte der Zeit werden Euch lehren, was zu tun ist.“

Im Anschluß an die Messfeier bat Präses Bühler die Kolpingjubilare des Jahres (soweit erschienen), an ihren Plätzen zu verweilen. Angelika Hartwig, Mitglied des Leitungsteams, überreichte jedem Jubilar und jeder Jubilarin mit einem persönlichen Wort die Urkunde samt einem kleinen Präsent – mit gefordertem Abstand und unter Einhaltung aller Hygienevorschriften.

 

Geehrt wurden für 10 Jahre Mitgliedschaft Anna Forster, Hannelore Kastl, Gisela Moser, Josefine Stichlmair; für 25 Jahre Pfr. Stefan Gast, Alexander Höcht, Maria Neumair; für 40 Jahre Anton Brandstetter sen., Christoph Haberer, Gabriele Kneißl, Horst Knopf, Agathe Mayer, Martina Pawlitschko-Riedl, Rudi Pawlitschko, Regina Reiter, Rosi Straub, Michael Wenger; für 60 Jahre Günther Gradwohl, Hans Schwarz; für 65 Jahre Georg Mühlbauer, Franz Mayer sen.

Die Jubilare der Kolpingfamilie zusammen mit Angelika Hartwig vom Leitungsteam (links) und Stadtpfarrer und Kolpingpräses Georg Leonhard Bühler (hinten, 6. von rechts)
Die Jubilare der Kolpingfamilie zusammen mit Angelika Hartwig vom Leitungsteam (links) und Stadtpfarrer und Kolpingpräses Georg Leonhard Bühler (hinten, 6. von rechts)

Leuchtende Kinderaugen für den Kolping-Nikolaus

Nikolaus ohne Nikolaus? Geht gar nicht! Das war den Jugendlichen um Anna Mayer und Ela Dörfler klar, und so organisierten sie auch heuer wieder Corona zum Trotz den Nikolausdienst; in abgespeckter Form und unter Einhaltung aller Hygienevorgaben. Ihr Lohn: freudige Kinder mit leuchtenden Augen, wenn Bischof Nikolaus mit Begleiter Grampus in gebührendem Abstand vor der Haustüre stand. „Wir wollten trotz Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz unter den Kostümen ein Stück Normalität verbreiten“, so Anna Mayer. „Ein Nikolausteam bestand sogar aus Bruder und Schwester, also gemeinsamer Haushalt“, ergänzt sie lächelnd. Im Vorfeld wurde mit den Eltern vereinbart, ein paar Zeilen via Email „an den Nikolaus“ zu schicken und die Geschenke schon vorab vor die Tür zu stellen, damit der Besuch möglichst kontaktlos abläuft. Der Wettergott war den Jugendlichen auch gewogen, sodass viele Familien auch Zeit fanden, kleine Gedichte vorzutragen oder gemeinsam an der Haustüre zu singen, nachdem der Bischof mit dem weißen Bart aus seinem goldenen Buch vorgelesen hatte. Und oftmals brachte Sankt Nikolaus nicht nur Geschenke, sondern erhielt auch von den Kindern selbstgebackene Plätzchen, selbstgemalte Bilder oder kleine selbstgebastelte Tannenzapfen-Nikoläuse als kleines Dankeschön mit auf den Weg.

In einem Punkt waren sich alle einig: Dieser Nikolaustag war ein ganz Besonderer. 


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