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Bairisches Lebensgefühl im Kolpinghaus

Samstagabend, 19:30 Uhr im Saal des Kolpinghauses. Ein kleines Podest, mit rotem Teppich eingeschlagen, eingehüllt vom warmweißen Licht einiger Deckenspots. Nur wenige der 60 Plätze sind leer. Es ist wieder die Zeit für ein Wohnzimmerkonzert. „Wohnzimmerkonzert deshalb, weil wir hier quasi im Wohnzimmer des Kolpinghauses sind. Und Wohnzimmer beinhaltet gemütlich, kuschlig, a bisserl intim. Wir wollen keine großen Hallen füllen.“ Hier wird die Künstlerin des Abends in der schwarzen Lederjacke und den weißen Sneakers später dezent widersprechen: „I mog des scho!“.

 

Die Künstlerin des Abends ist die MONI aus Tödtenried, Singer-/Songwriterin der bairischen Mundart. „A bisserl nervös“ sei sie schon, gibt die 28jährige Einblick in ihre Gefühlslage, weil es ihr erstes Konzert nach längerer Zeit wieder sei. Aber sie habe wieder Bock zu spielen. Und dieser unbändige Bock überträgt sich im Nu auf ihre Zuhörer. Überhaupt gibt MONI im Laufe der eineinhalb Stunden viele Einblicke in ihre Gefühlswelt, erzählt zwischen ihren selbstgeschriebenen Songs immer wieder kleine Geschichten aus ihrem Leben. So z. B. wie sie den Entschluss gefasst hat, den gelernten Beruf der Erzieherin zu Gunsten der Musik aufzugeben, ihre Ausbildung aber prima in ihrem Aushilfsjob an der Bar „an den schwer erziehbaren Männern“ anwenden konnte. So entstand auch der Song „Gin Tonic“ morgens um sechs auf dem Heimweg von der Arbeit. Anekdoten wechseln sich mit Ernstem, oft auch Nachdenklichem ab. „Aber ich glaub dran, dass immer ois guad wird!“ Sie vermittelt ihren Zuhörern ihre Realität, ihre Sicht auf die Dinge und man merkt schnell, die Frau dort vorne ist authentisch. Dementsprechend heißt ihre erste EP auch „Mei Realität“.

 

Moni nimmt ihr Publikum mit („Wenn ihr Fragen habt´s, fragt´s einfach“), holt sich für „Gin Tonic“ einen Mitsänger auf die Bühne („a Bier für´n Hans“), bietet sich augenzwinkernd als Hochzeitssängerin an („Ich hab da a Hochzeitslied geschrieben. Des spui i dann nur für dich – und vielleicht lös´ ich damit an Fendrich mit seinem „Bergwerk“ ab“) und schafft es immer wieder, dass der ganze Saal ihre Refrains mitsingt. In der Pause ist sie mittendrin, signiert CDs und Baseballcaps und steht gutgelaunt für Fotos und einen Ratsch zur Verfügung.

 

Seit sie mache, was sie wolle, braucht sie nichts Materielles mehr um glücklich zu sein. Das drückt sie in „Pura Vida“ aus, einem Song, der in Costa Rica beim Blick aufs Meer entstand: „I denk nur an des, was zählt: Abenteuer, guade Leut“. Dass MONI nach eineinhalb Stunden Programm nicht ohne „mindestens 27 Zugaben“ entlassen wird, versteht sich von selbst. Bei „Immer wieder hoam“ stöpselt sie die Gitarre ab, mischt sich unter ihr Publikum und singt leise und unplugged im Halbdunkel davon, wie schön es ist, immer wieder heimzukommen, egal wie weit und wie lang man von dahoam entfernt war: „„Der Duft vom Apfelstrudl im Rohr, am besten is´ hoid einfach dahoam. Egal, wos zwischen uns war, wenn´s drauf o kimt, samma alle wieder do.“ - Gänsehaut pur. Am Ende steht dann noch eine der schönsten bairischen Freundschaftsbekundungen: „I hoi di ab, ganz egal wo. I hoi di ab, ob am Tag oder mitten in da Nacht!“ MONI lebt das, was sie singt, und wie singt sie so treffend: „Es wird immer ois guad“.


Kolpingfamilie begrüßt ihren neuen Präses

Als Stadtpfarrer Josef Beyrer im September 2018 Schrobenhausen in Richtung Pfaffenhausen verließ, hinterließ er auch eine Lücke in der Kolpingfamilie, deren Präses er über 20 Jahre lang war. Die Kolpinger suchten das Gespräch mit dem neuen Pfarrherrn Georg Leonhard Bühler und waren überglücklich, als dieser sich Anfang des Jahres bereiterklärte, auch hier die Nachfolge von Präses Beyrer anzutreten. Zum Kolpinggedenktag wurde Präses Georg Leonhard Bühler nun auch offiziell in sein Amt eingeführt. Robert Hitzelberger, Vorsitzender des Kolping-Diözesanverbands Augsburg übernahm die offizielle Amtseinführung des neuen Präses, überreichte die Ernennungsurkunde und übermittelte die besten Grüße des gesamten Diözesanverbands und des ebenfalls neu gewählten Diözesanpräses Walter Kretschmer.

 

Michael Popfinger, Diakon und ehemaliger Bezirkspräses des Kolping-Bezirks Altbayern Paargau wünschte in seiner Predigt dem neuen Präses alles Gute und eine konstruktive und fruchtbare Arbeit in und mit der Kolpingfamilie; aber so wie er die Schrobenhausener kenne, stehe nicht befürchten, dass Bühler seine Zusage mit einem „sauber nei´glangt“ bereue. Eine Kolpingfamilie verglich er mit einer Busreisegruppe, in der eine klare Aufgabenverteilung geregelt ist. Der Präses sei in diesem Bild nicht der Busfahrer, der die Gruppe über mal mehr, mal weniger gut befestigte Straßen lenkt, auch nicht der Reiseleiter, der „in der Regel vorne rechts sitzt und sagt, wo´s langgeht“. Der Präses ist vielmehr da, wo er hingehöre, nämlich mitten unter den Leuten. Mit offenen Ohr für die Sorgen und Nöte, mit einem aufmunternden und auch tröstenden Wort und auch mit tatkräftiger Hand. Gleichzeitig nahm Popfinger aber auch alle Kolpinggeschwister in die Pflicht, aktiv mitzuwirken, dass da, wo Kolping draufsteht, auch wieder Kolping drin ist. Dies sei umso wichtiger, als es den Kolpingfamilien landauf, landab wie vielen anderen Vereinen und Verbänden ergehe, sie mit rückläufigen Mitgliederzahlen zu kämpfen haben und oft eine steigende Altersstruktur aufwiesen. Kolping habe aber aus seinen Wurzeln heraus gerade für junge Menschen viel zu bieten.  

 

Neupräses Georg Leonhard Bühler bedankte sich für die herzliche Aufnahme in der Kolpingfamilie und das Vertrauen in seine Person. Dass er nicht „nei´glangt“ hat, habe er in den vergangenen Wochen und Monaten bereits in vielen Gesprächen und Treffen feststellen können und besiegelte mit einem festen „Kolping treu“ sein neues Amt.


Adventsstimmung im Kolpinghaus

„Wir schenken dem Kind unsere leeren Hände“ Mit diesem Wort stimmte Präses Georg Leonhard Bühler die knapp 40 Besucher im vorweihnachtlich geschmückten Saal des Kolpinghauses auf die kommende Adventszeit ein. In kurzen Testimpulsen, die sich mit oft wenig bekannten Liedern aus dem neuen Gotteslob abwechselten, erinnerte Präses Bühler daran, dass wir stets auf Neue den Mut haben sollten, eben mit leeren Händen vor die Krippe zu treten, damit das göttliche Kind in der Krippe unsere Hände neu fülle. Nicht mit irdischen Gaben, sondern mit den Gaben der Nächstenliebe, des Mutes und des Vertrauens, des Mitgefühls und der Hilfsbereitschaft. „Kind in der Krippe, fülle du unsere leeren Hände, damit wir Frieden finden und unsere tiefe Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit gestillt wird.“

Anschließend nahm sich Präses Bühler noch viel Zeit, sich seinen neuen Kolpinggeschwistern vorzustellen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.


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