Aktuelles


Neustart beim Treffpunkt für pflegende Angehörige

 

Nach 6 Jahren ist der „Pflegetreff“ aktueller denn je

 

Immer mehr Menschen pflegen Angehörige zu Hause und sind damit sehr gefordert, teilweise sogar eher überfordert. Ein Pflegefall kommt meistens unerwartet, dann erfordert die Situation wichtige Entscheidungen zu treffen und zügig zu handeln, um eine Pflege zu Hause überhaupt zu ermöglichen. Angefangen bei der Organisation von Hilfsmitteln und auch fachlicher Unterstützung bei der Körperpflege und in der medizinischen Betreuung bis hin zu Unterstützungsmöglichkeiten durch verschiedene Dienste oder technische Hilfsmittel. Wer einen Pflegefall zu Hause hat, muss sich viel Wissen aneignen, sich mit Behörden und Anträgen auseinandersetzen und erst mal einen Überblick bekommen, welche Möglichkeiten und Hilfestellungen es gibt. Zudem müssen Betroffene meist ihren eigenen Alltag neu gestalten, vielleicht sogar ihre Arbeitszeit reduzieren oder auch dauerhafte Betreuung für die zu betreuende Person organisieren. Nach einer gewissen Zeit kommt die Routine, gleichermaßen können jedoch auch erste Erschöpfungssymptome auftreten und weil die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erschwert sein kann fühlen sich viel Menschen in dieser Situation oft allein gelassen und einsam.

 

Der Treffpunkt für pflegende Angehörige, ein Angebot der Kolpingfamilie Schrobenhausen, bietet nun schon im 7. Jahr ein monatliches Treffen für Betroffene an mit dem Ziel, eine Plattform zu haben, auf der sich die Pflegenden austauschen können, wo sie sich verstanden fühlen und sehen, dass sie in ihrer Situation nicht allein sind. Ein Ort, wo sie erfahren, wie andere mit ähnlichen Situationen umgehen und Lösungsansätze für sich gewinnen können. Zudem wird hier ein geschützter Rahmen geboten, der eine vertrauensvolle Atmosphäre bietet, so dass sich die Teilnehmer öffnen können, erzählen und Fragen stellen können und auch eine Art Ruhe-Insel haben, wo sie Abstand gewinnen und neue Kraft für sich und den Pflegealltag mitnehmen können. Angeboten werden in diesem Rahmen sowohl Informationen zu technischen Hilfsmitteln, Pflegedienstlichen Unterstützungsangeboten, aber auch zu allen ergänzenden Hilfsangeboten wie Betreuungsmöglichkeiten, Kurzzeitpflege, Entlastungsangeboten und vielem mehr. Hierzu werden immer wieder kompetente Referenten eingeladen, die Lösungswege aufzeigen oder Hinweise geben, was alles beachtet werden muss und hilfreich ist im Pflegealltag und persönlich. Dazu gehören auch Themen wie Betreuungsvollmacht, Patientenverfügung und dergleichen. Den Organisatorinnen ist außerdem wichtig, den Pflegenden selbst immer wieder eine Stärkung mitzugeben, so werden auch Abende mit Entspannungs- und Wellnessangeboten, zu Stressbewältigung und Resilienz angeboten, aber auch kreative Gestaltung, Spiele und Spaß gehören unbedingt dazu. Der Treffpunkt für pflegende Angehörige soll eine Art „Tankstelle“ sein für die Menschen, die mitten in unserer Gesellschaft Unglaubliches leisten, um ihre Lieben bei Pflegebedarf zu Hause zu versorgen. Beim Pflegetreff bekommen sie Wertschätzung und Input für ihren ganz persönlichen Alltag und die damit verbundenen Herausforderungen.

Nach der Corona-Pause startete der Pflegetreff im Juni mit einem lustigen Abend, bei dem der Loch Sepp mit seinen Gstanzerln und lustigen Geschichten für Fröhlichkeit sorgte.

Vor der Sommerpause war wie jedes Jahr das traditionelle Sommerfest, das mit einem leckeren Buffet an einem schönen lauen Sommerabend im Garten des Kolpinghauses gefeiert wurde und wo viel Zeit war, miteinander ins Gespräch zu kommen. Mit dabei war auch Georg Berger, der als Bürgermeister-Stellvertreter den Abend bereichert hat.

Jetzt geht es wieder los. Am Mittwoch, den 15. September 2021, startet der Pflegetreff wieder. Dieses Mal wird Märchenerzählerin Maria Zenker die TeilnehmerInnen in die Welt der Märchen entführen. Im Anschluss wird es selbstverständlich auch die Gelegenheit zum Austausch und zu persönlichen Gesprächen geben.

Der Oktoberabend am Mittwoch, 20. Oktober 2021, bietet die Möglichkeit, ein neues Angebot in der Region für Senioren-, aber auch Familien-Betreuung, Kurzzeit- und Verhinderungspflege, Hauswirtschaftshilfe und ähnliches kennen zu lernen. Home Instead ist neu in der Region mit vielen hilfreichen Angeboten, wie z. B. auch Demenz-Begleitung.

Im November wird es wie gewohnt einen kreativen Abend geben, an dem Teilnehmenden die Möglichkeit haben werden, etwas Kreatives für die Weihnachtszeit zu gestalten und im Dezember gibt es traditionell einen adventlich gestalteten Abend. Die Termine des Pflegetreffs sind in der Regel immer am dritten Mittwoch im Monat im Kolpinghaus Schrobenhausen an der Gerolsbacher Straße.  Willkommen sind alle von Pflege Betroffenen und sonstige Interessierte.

Einzelheiten können der Tagespresse entnommen werden. Informationen zum Pflegetreff und den Veranstaltungen gerne bei Brigitte Behrendt Tel.-Nr. 08252-820811 oder Ute Natzer 08252-1811.


Spendenübergabe aus dem Osterkerzenverkauf

Der Paulihof in Unterbernbach: Heilende Pädagogik mit Tieren, ist eine stationäre heilpädagogisch-therapeutische Wohngruppe für traumatisierte Kinder und Jugendliche.

 

Dieses Konzept ein klein wenig zu unterstützen war der Wunsch der fleißigen Bastler*innen der Osterkerzen. Den Erlös von 300 € überbrachten Laura Hlawatsch und Angelika Hartwig vom Leitungsteam in Unterbernbach, wo sie sich vor Ort alles anschauen und erklären lassen konnten.

 

Hühner, Gänse, Esel, Ponys, Pferde, Schafe und Ziegen, all diese Tiere, die oftmals ebenfalls aus schwierigen Verhältnissen zum Paulihof kommen, tummeln sich auf dem Gelände. Vorübergehend ist sogar ein kleines Wildschwein namens „Ludwig“ auf dem Hof untergebracht. Es wuselt an allen Ecken und die Kinder mittendrin, jeder entweder mit seiner Aufgabe bereits fertig oder aber noch am Werkeln. „Die Kinder sind eingebunden in den Hofalltag, bei der Versorgung der Tiere und beim Pflegen des Gartens“, sagt Frau Ulrike Heigenmooser, Heilpädagogin und Leiterin des Paulihofs. „Die Kinder öffnen sich den Tieren gegenüber leichter, bauen Vertrauen auf und spüren, dass dieses Tier ähnliches erlebt hat und es auf sie angewiesen ist. Sie fühlen sich gebraucht.“ Und so können sie, Mensch und Tier, wieder heilen an Körper, Geist und Seele. „Noch sieben Mal schlafen, dann fahren wir in Urlaub“, freuten sich die Kinder. Es geht mit acht Kindern an die Nordsee und da kam das Geld natürlich gerade recht. „Hierfür gibt es eine Extra-Unternehmung“, freut sich Frau Heigenmooser. Wir wünschen einen schönen Urlaub!

Übrigens: Der Paulihof veranstaltet am 5. September 2021 einen Flohmarkt.

 

Es wäre super, wenn möglichst viele dorthin kommen und so das Projekt unterstützen, denn außer dem Tagessatz des Jugendamtes pro Kind gibt es keinerlei Zuwendungen. Damit man aber den Kindern auch Musik- oder Sportangebote machen kann, auch die eine oder andere Reparatur ausführen lassen kann, ist der Paulihof auf Spenden angewiesen. Und der Tag der offenen Tür kann in diesem Jahr aufgrund der hohen Corona Auflagen nicht stattfinden.

 

www.paulihof.eu


Augsburger Adolph-Kolping-Medaille verliehen

Standing Ovation für Horst Knopf

 

Horst Knopf ist neuer Träger der Augsburger Adolph-Kolping-Medaille. Thomas Ermisch, Regionalbeauftragter für die Bezirke Altbayern/Paargau und Wümseegau, überreichte dem sichtlich überraschten Kolpingbruder die Medaille im Rahmen der Mitgliederversammlung im Kolpinghaus Schrobenhausen am 1. August 2021. Das Kolpingwerk Diözesanverband Augsburg und die Kolpingfamilie würdigt damit das langjährige Engagement von Horst Knopf in der Kolpingfamilie, im Gremium Kolpinghaus e. V., im Bezirk Altbayern/Paargau, als Vertreter des Kolpinghaus Schrobenhausen im Verband der Kolpinghäuser und im Kolping-Hilfsfond sowie seinen Einsatz für die Kinder-Direkthilfe Ecuador. 2016 hatte ihn die Kolpingfamilie bereits zum Ehrenmitglied ernannt.

 

„Lieber Horst, du warst schon Vorsitzender der Kolpingfamilie, da hat es mich noch nicht gegeben“, gestand Ermisch schmunzelnd bei seiner Laudatio, „und wir kennen uns jetzt noch nicht sehr lange persönlich, aber ich habe Dich als lebensfrohen und aktiven Kolpinger kennengelernt, der viel seiner beruflichen und ehrenamtlichen Energie in den Dienst Adolph Kolpings gestellt hat. Wenn ich all deine Leistungen aufzählen würde, säßen wir vermutlich morgen früh noch hier.“

Und tatsächlich weist seine Kolping-Vita so ziemlich alle Höhepunkte der jüngeren Kolpinggeschichte in Schrobenhausen auf: Im Dezember 1980 in die Kolpingfamilie eingetreten, übernahm er bereits 1983 das Amt des 1. Vorsitzenden, das er bis 1994 innehatte. Von 1994 bis 2003 folgte der Posten als 2. Vorsitzender, von 2003 bis zu seinem Ausscheiden aus der Vorstandschaft 2013 blieb er als Beisitzer und Vertreter von Kolpinghaus e. V. dem Gremium erhalten. Parallel dazu übernahm er 1989 das Amt des Schatzmeisters bei Kolpinghaus e. V., welches er bis zu seinem Rückzug im Jahr 2020 bekleidete.

In diese Zeit fiel u. a. der Umbau sowie die energetische Sanierung des Kolpinghauses, das 150jährige Jubiläum der Kolpingfamilie Schrobenhausen, die Romfahrt zur Seligsprechung Adolph Kolpings, seine Kontaktaufnahme zum damaligen Bundessekretär des tschechischen Kolpingwerkes Michael Kubik bereitete den Weg zur Partnerschaft mit der noch jungen Kolpingfamilie aus Velká Bíteš (eine Partnerschaft, die auch heute noch Bestand hat und gepflegt wird). Seine größte Herausforderung in dieser Zeit waren jedoch die Verhandlungen mit dem bayerischen Staatsministerium, welches die Rückzahlung eines sechsstelligen Betrags an Zuschussmitteln einforderte. Ab 2009 kämpfte er mit allen Mitteln gegen dieses Damoklesschwert mit dem Erfolg, dass 2017 Nachweisfristen endeten und die Rückzahlung abgewendet werden konnte.

Mit langanhaltendem Standing Ovation würdigten die Anwesenden Horst Knopfs Einsatz und Wirken für die Kolpingfamilie und das Kolpinghaus in Schrobenhausen. 


Jubilarefeier 2021

Bestens gelaunt und bei Kaiserwetter trafen sich am Samstagnachmittag 36 Kolpingmitglieder zu einem gemütlichen Beisammensein zu Ehren ihres Geburtstags- bzw. Mitgliedsjubiläums im Garten des Kolpinghauses. Diese Jubilarefeier, die eigentlich am Beginn des Kalenderjahres ihren angestammten Platz hat, hat eine lange Tradition, musste aber aus bekannten Gründen von Januar in die Sommerzeit verlegt werden.

Angelika Hartwig vom Leitungsteam begrüßte die Anwesenden mit einem „Schee, dass ihr da seids“ und brachte ihre eigene Freude zum Ausdruck, hier alle wohlauf und gesund wieder zu sehen. Sie bedankte sich herzlich bei allen Mitgliedern, ohne deren Engagement, in welchem Gremium auch immer, es die Kolpingfamilie Schrobenhausen in der heutigen Form nicht gäbe.

Georg Mühlbauer, der bereits seit 65 Jahren Mitglied bei der Kolpingfamilie Schrobenhausen zeichnet, unterhielt die Gäste sehr kurzweilig mit einem selbstverfassten Gedicht, dem „Weckruf für Senioren“. Man möge nicht immer nur auf die Zipperlein achten, sondern das Leben genießen, das war die Quintessenz seiner Ausführung, die mit einem herzlichen Beifall bedacht wurde.

Dass die letzte Zeit sehr schwierig war, musste nicht extra betont werden, umso mehr genossen alle Anwesenden die Zeit bei Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken und dass man sich wieder zum Ratschen treffen konnte.

 

                                                                                                           (Angelika Hartwig)


Kolping sagt Straßensammlung ab

Die Altmaterialsammlungen im Frühjahr und im Herbst sind seit Jahren fester Bestandteil im Kalender der Kolpingfamilie Schrobenhausen. Normalerweise fahren die Ehrenamtlichen zweimal im Jahr mit ihren Sammelfahrzeugen durch das Stadtgebiet und holen das bereitgestellte Altpapier und die Altkleider ab.

 

Seit geraumer Zeit ist aber nun alles anders. „An den Sammeltagen sind bei uns in der Regel 40 Personen im Einsatz. Die Organisation von Sammelfahrzeugen, Wurfzetteln und Sammelsäcken, die Logistik mit Bereitstellung der Container sowie Abholung  der gesammelten Ware startet bereits Monate vor dem eigentlichen Sammeltag“, berichtet Angelika Hartwig, Mitglied des Leitungsteam bei Kolping. Da diese Planungsphase heuer mitten in die Hochzeit der Pandemie mit Kontaktbeschränkungen und verschärften Hygienekonzepten fiel, hatte man sich schweren Herzen dazu entschieden, die Straßensammlung im Frühjahr 2021 auszusetzen.

 

„Wir wollen aber die Sammlung nicht komplett, und schon gar nicht ersatzlos ausfallen lassen“, gibt sich Hartwig kämpferisch. „Es hat uns schon im letzten Frühjahr ziemlich geschmerzt, unsere treuen Spender*innen nicht anfahren zu können. Es ist für uns als Verein immens wichtig, diese Sammlungen durchzuführen, weil wir mit den Einnahmen einerseits unser Vereinsleben finanzieren, andererseits seit jeher auch noch zusätzlich soziale und caritative Projekte und Einrichtungen unterstützen.“

 

Darum haben die Kolpinger beschlossen, die Frühjahrssammlung heuer anders als gewohnt zu organisieren: Am Samstag, den 5. Juni 2021 stehen am Stief´schen Volksfestplatz an der Aichacher Straße von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr Container samt ehrenamtlicher Helfer bereit, um bei der Abgabe von Papier und Altkleidern behilflich zu sein. Das Procedere bleibt dasselbe: Angenommen wird sortenreines Altpapier (Zeitungen, Zeitschriften, Prospekte, Kataloge) und Bücher sowie noch tragbare Altkleider (Oberbekleidung, Jacken, Mäntel, Anzüge), Schuhe (nur paarweise), Decken, Bettwäsche und Wollsachen. Die Sammlung erfolgt in Kooperation mit der Firma Gigler sowie Aktion Hoffnung.

 

Auch wenn die Sammlung heuer vom Hol- zum Bringdienst switchen muss, hoffen die Verantwortlichen bei Kolping wieder auf die breite Unterstützung der Bevölkerung.


Kolpingjugend und das Osterei

Das alljährliche Ostereiersuchen der Kolpingjugend am Ostermontag fällt wie so viele andere traditionellen Veranstaltungen dem aktuellen Infektionsgeschehen zum Opfer. Aber Ostern ohne Schokohase? Die Kolpingjugend will nicht kampflos resignieren, und so haben sich die Verantwortlichen eine Alternative ausgedacht und wollen Familien und Kinder dennoch zum Naturlehrpfad locken.

Ab Karfreitag nachmittags ist am Naturlehrpfad im Hagenauer Forst ein Abschnitt mit farbigen Holzeiern geschmückt. Entlang der Wegstrecke verbergen sich darunter auch Eier, auf denen ein Buchstabe aufgedruckt ist. Diese Buchstaben-Eier gilt es zu finden.

Am Start dieser Wegstrecke liegen Laufkarten aus, auf denen sowohl die genaue Wegstrecke eingezeichnet ist als auch die Farben der betreffenden Eier. Wird ein Buchstabe gefunden, wird dieser auf das entsprechende Ei auf der Laufkarte eingetragen. Die Eier selbst bleiben vor Ort, damit auch andere kleine „Sucher“ eine Chance haben. Sind alle Eier gefunden und das Lösungswort komplett, kann der Laufzettel am Ostermontag zwischen 14:00 Uhr und 17:00 Uhr am Kolpinghaus an der Gerolsbacher Str. 11 gegen den Schokohasen eingetauscht werden. Natürlich unter Einhaltung der geltenden AHA-Regeln.

„Wir hoffen auf eine große Resonanz“, so die Verantwortlichen, „schließlich wollen wir allen Widrigkeiten zum Trotz ´unseren´ Ostermontag behalten und ein bisschen Spaß verbreiten.“

Es wird darauf hingewiesen, dass das Parken an der Staatsstraße nicht gestattet ist!


Die Schrobenhausener Kolpingstandarte von 1857 illustriert Papst-Schreiben

Menschen der zweiten Reihe gestern wie heute wichtig

 

„Der heilige Josef erinnert uns daran, dass all jene, die scheinbar im Verborgenen oder in der ‚zweiten Reihe‘ stehen, in der Heilsgeschichte eine unvergleichliche Hauptrolle spielen“, schreibt Papst Franziskus im Apostolischen Schreiben „Patris corde“, mit dem er im Dezember 2020 für 2021 ein Josefsjahr ausgerufen hat. Die Standarte der Kolpingfamilie Schrobenhausen aus dem Jahr 1857 zeigt auf einer Seite ein von dem großen Sohn der Stadt Schrobenhausen, Franz von Lenbach, gemaltes Bild des heiligen Josef. Der Katholische Gesellenverein, wie die Kolpingfamilie ursprünglich hieß, gab den jungen Handwerksgesellen, die damals Menschen der „zweiten Reihe“ waren, durch Bildung, gelebten Glauben und Gemeinschaft eine bessere Zukunft.

 

Papst Franziskus erinnert mit seinem Schreiben an die Erhebung des heiligen Josef zum „Patron der Kirche“ durch Papst Pius IX. im Jahr 1870. Bereits zuvor hatte der katholische Sozialreformer Adolph Kolping (1813-1865) den Mann Marias und Ziehvater Jesu zum Patron seines Werkes gewählt.

 

Die Schrobenhausener Kolpingsöhne – damals nur Männer – ließen bereits ein Jahr nach ihrer Gründung im Jahr 1856 den heiligen Josef mit dem Gebetsruf „Gott schütze das ehrbare Handwerk“ auf ihrer Fahne abbilden. Die Stickereien übernahmen kostenlos die Ordensfrauen der Englischen Fräulein. Geweiht wurde die Standarte am Maria Himmelfahrtstag 1858. Die mittels Geldspenden angeschaffte Standarte ist als der wertvollste Besitz der Kolpingfamilie bis heute erhalten. Ausgestellt ist sie mittlerweile im Heimatmuseum.

 

Heute ist das Kolpingwerk in über 60 Nationen der Erde verbreitet. Als Handlungsfelder des Verbandes nennt das Leitbild des Kolpingwerkes Deutschland: „Wir eröffnen Perspektiven für junge Menschen“, „Wir gestalten Arbeitswelt mit“, „Wir sind Anwalt für Familie“ und „Wir bauen an der Einen Welt“. Das Kolpingwerk sieht sich ganz auf der Linie von Papst Franziskus, der in Patris Corde frägt: „Wie können wir über die Menschenwürde sprechen, ohne uns dafür einzusetzen, dass alle und jeder Einzelne eine Chance auf einen würdigen Lebensunterhalt haben?“ An einer anderen Stelle schreibt der Papst aus Argentinien: „Die Arbeitslosigkeit, von der viele Brüder und Schwestern betroffen sind und die in jüngster Zeit aufgrund der Covid-19-Pandemie zugenommen hat, muss zum Anlass werden, unsere Prioritäten zu überprüfen. Bitten wir den heiligen Josef, den Arbeiter, dass wir einmal verbindlich sagen können: Kein junger Mensch, keine Person, keine Familie ohne Arbeit!“

 

Seit 1621 feiert die katholische Kirche am 19. März das Hochfest des heiligen Josef. In Bayern war dieser Tag bis 1968 ein allgemeiner Feiertag. Schon zu Lebzeiten Adolph Kolpings feierten die von ihm gegründeten Vereine das „Josef-Schutzfest“. 


Kolpinggedenktag in abgespeckter Form

Motto: „Schenkt der Welt ein menschliches Gesicht“

 

Trotz der aktuell schwierigen Lage wollte die Kolpingfamilie den alljährlichen Kolpinggedenktag nicht komplett ausfallen lassen und entschied, diesen heuer rein als Familiengottesdienst abzuhalten. Die Ehrung der Jubilare fand ebenfalls in diesem Rahmen statt. Daneben riefen die Kolpinger zu allen Gottesdiensten in St. Jakob und St. Salvator an diesem Tag zu Lebensmittelspenden zugunsten der Schrobenhausener Tafel auf, deren Kunden besonders unter der aktuellen Situation leiden.

Die Messe in der Stadtpfarrkirche, die vom Kolping-Pastoralteam gestaltet wurde, stand unter dem Motto: „Schenkt der Welt ein menschliches Gesicht“, eine Zeile aus dem Musical „Kolpings Traum“. In seiner Predigt spannte Stadtpfarrer und Kolpingpräses Bühler den Bogen vom Gesellenvater Adolph Kolping, der zu Beginn der Industrialisierung den Handwerksgesellen beistand, hin zum kürzlich verstorbenen Geistlichen Rat Johann Menzinger, der ebenfalls viele Jahre Kolpingpräses in Rain am Lech war. „Steht auf und gebt der Welt ein Lebenszeichen; in jedem von Euch brennt dasselbe Licht – schenkt der Welt ein menschliches Gesicht“, heißt es im Schlußrefrain des Musicals. Beiden sei gemein gewesen, dass sie sich den Nöten ihrer Zeit nicht verschlossen hätten, sondern ihren Nächsten dieses menschliche Gesicht gezeigt haben: Sie hatten ein offene Ohr für die Sorgen und Ängste, halfen, wo Hilfe nötig war, kurz sie machten Gott und Gottes Liebe wieder „gesellschaftsfähig“, nicht als Theologen, sondern als Seelsorger vor Ort. Genau das sei auch das Geheimnis der Heiligen Nacht, so Bühler weiter: Gott schenkt der Welt ein menschliches Gesicht.

Dieses menschliche Gesicht blickt uns an und sagt: „Du bist einzigartig und wertvoll. Du bist gut, so wie du bist.“ Für Pfarrer Menzinger war die Corona-Alltagsmaske bis zum Schluß keine Ausrede für zurückgehende Nächstenliebe, bedeckt sie doch nicht die Augen, nicht die Ohren und schon gar nicht das Herz: „Die Nöte der Zeit werden Euch lehren, was zu tun ist.“

Im Anschluß an die Messfeier bat Präses Bühler die Kolpingjubilare des Jahres (soweit erschienen), an ihren Plätzen zu verweilen. Angelika Hartwig, Mitglied des Leitungsteams, überreichte jedem Jubilar und jeder Jubilarin mit einem persönlichen Wort die Urkunde samt einem kleinen Präsent – mit gefordertem Abstand und unter Einhaltung aller Hygienevorschriften.

 

Geehrt wurden für 10 Jahre Mitgliedschaft Anna Forster, Hannelore Kastl, Gisela Moser, Josefine Stichlmair; für 25 Jahre Pfr. Stefan Gast, Alexander Höcht, Maria Neumair; für 40 Jahre Anton Brandstetter sen., Christoph Haberer, Gabriele Kneißl, Horst Knopf, Agathe Mayer, Martina Pawlitschko-Riedl, Rudi Pawlitschko, Regina Reiter, Rosi Straub, Michael Wenger; für 60 Jahre Günther Gradwohl, Hans Schwarz; für 65 Jahre Georg Mühlbauer, Franz Mayer sen.

Die Jubilare der Kolpingfamilie zusammen mit Angelika Hartwig vom Leitungsteam (links) und Stadtpfarrer und Kolpingpräses Georg Leonhard Bühler (hinten, 6. von rechts)
Die Jubilare der Kolpingfamilie zusammen mit Angelika Hartwig vom Leitungsteam (links) und Stadtpfarrer und Kolpingpräses Georg Leonhard Bühler (hinten, 6. von rechts)

Leuchtende Kinderaugen für den Kolping-Nikolaus

Nikolaus ohne Nikolaus? Geht gar nicht! Das war den Jugendlichen um Anna Mayer und Ela Dörfler klar, und so organisierten sie auch heuer wieder Corona zum Trotz den Nikolausdienst; in abgespeckter Form und unter Einhaltung aller Hygienevorgaben. Ihr Lohn: freudige Kinder mit leuchtenden Augen, wenn Bischof Nikolaus mit Begleiter Grampus in gebührendem Abstand vor der Haustüre stand. „Wir wollten trotz Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz unter den Kostümen ein Stück Normalität verbreiten“, so Anna Mayer. „Ein Nikolausteam bestand sogar aus Bruder und Schwester, also gemeinsamer Haushalt“, ergänzt sie lächelnd. Im Vorfeld wurde mit den Eltern vereinbart, ein paar Zeilen via Email „an den Nikolaus“ zu schicken und die Geschenke schon vorab vor die Tür zu stellen, damit der Besuch möglichst kontaktlos abläuft. Der Wettergott war den Jugendlichen auch gewogen, sodass viele Familien auch Zeit fanden, kleine Gedichte vorzutragen oder gemeinsam an der Haustüre zu singen, nachdem der Bischof mit dem weißen Bart aus seinem goldenen Buch vorgelesen hatte. Und oftmals brachte Sankt Nikolaus nicht nur Geschenke, sondern erhielt auch von den Kindern selbstgebackene Plätzchen, selbstgemalte Bilder oder kleine selbstgebastelte Tannenzapfen-Nikoläuse als kleines Dankeschön mit auf den Weg.

In einem Punkt waren sich alle einig: Dieser Nikolaustag war ein ganz Besonderer. 


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