Kolping - eine Weltfamilie, lebendig und stark



750,-- Euro fürs Green House

Trotz der aktuell angespannten Situation beim Altpapierpreis lassen wir es uns nicht nehmen, weiterhin Spenden aus den Erlösen unserer Altmaterialsammlungen auszuschütten. Ein Spendenscheck über 750,-- € ging im Rahmen des Helferessens an das Schrobenhausener Jugendzentrum GreenHouse, vertreten durch Karin Nowak (derzeitige Vorsitzende des Trägervereins Jugendzentrum e.V.) und Franz Stoß vom GreenHouse, den „älteren Jugendlichen“ auch noch als ZOOM bekannt.

Bertram Hlawatsch dankte allen Helfern für Ihren Einsatz rund um die Sammlung, den Austrägern der Kleidersäcke, den Damen der Verpflegungscrew und hier besonders seiner Frau Christine, die am Vorabend der Sammlung noch einige Kuchen gebacken hatte, den Sammlern und den Koordinatoren am Sammelplatz und nicht zuletzt den Firmen, die wie in all den vergangenen Jahren Fahrzeuge unentgeltlich zur Verfügung stellten. Am wichtigsten aber sei immer wieder, dass am Ende des Tages Mensch und Maschine gesund und wohlbehalten zurückkämen! Barbara Fieger dankte Bertram Hlawatsch und Norbert Moser für die ganze Organisation und den -wie immer- reibungslosen Ablauf der Sammlung. Franz Stoß vom GreenHouse bedankte sich im Namen des Greenhouse für die Spende. Mit dem Geld können u. a. neue Spiele und Bastelmaterial angeschafft oder auch Aktionen wie das wöchentliche gemeinsame Freitagskochen und –essen, das für die Kinder und Jugendlichen kostenlos ist, unterstützt werden. Wer sich über das volle Aktionsspektrum des GreenHouse informieren wolle, den lud Stoß ein, jederzeit auf einen Kaffee im GreenHouse vorbeizukommen. 


„Die Menschen – Der größte Reichtum Südafrika“

Über die Osterfeiertage 2017 flogen Franz Mayer jun. (Diözesanbeauftragter „Eine Welt“ im DV Augsburg) und Karl Schneider (Südafrikabeauftragter im Fachausschuß „Eine Welt“) mit ihren Ehefrauen im Auftrag des DV nach Südafrika, besuchten die Partner der der Kolping Society of South Africa (KSA) und nahmen an der Nationalversammlung dort teil. Die Impressionen von dort hat Franz Mayer jun. in einen knapp eineinhalbstündigen Vortrag unter dem Titel „Die Menschen – der größte Reichtum Südafrikas“ gepackt, die er im Kolpinghaus mit knapp 30 Interessierten teilte.

„Mein Land ist reich an Erzen und Edelsteinen, die dicht unter seiner Oberfläche liegen, doch ich habe immer gewusst, dass ihr größter Reichtum in den Menschen liegt, die besser und wahrer sind als die edelsten Diamanten“, schreibt Nelson Mandela in seiner Autobiographie „Der lange Weg zur Freiheit“. Die Arbeitssituation der Erwachsenen und Jugendlichen (mehr als 50% Jugendarbeitslosig-keit) zeigte eine der Problematiken auf, die Südafrika auf dem Weg zur wirtschaftlichen Entwicklung hat. Dagegen steht das Berufsvorbereitungsprogramm WOP (Work Opportunity Programm). Das WOP ist ein 6monatiges Berufspraktikum für arbeitslose Jugendliche, um ihnen den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern und ihr Selbstbewußtsein zu fördern. Am Beispiel der jungen Absolventin Madlaie, die sich als Konditorin selbständig machen konnte, zeigte er den Erfolg dieses Programms. Nach den Osterfeiertagen lernten die Vier die erste SPARK-Gruppe kennen. S steht für Sexual Health (Körperhygiene…), P für Potencial (eigene Fähigkeiten kennenlernen bzw. erarbeiten…), A steht für Awareness (Bewusstsein, Umgang mit Drogen, Alkohol, Kriminalität, …), R für Relationships (Beziehungen untereinander, in der Gruppe, in der Familie, im Freundeskreis) und K steht für Kolping und Kinder. 18 junge Frauen - größtenteils alleinerziehende Mütter, zum Teil unverheiratet oder häuslicher Gewalt ausgesetzt - mit mehreren Kindern unterschiedlicher Herkunft (Anreise bis zu 15 km) und unterschiedlichen Alters treffen sich wöchentlich für mehrere Stunden. Einige Frauen aus der Gruppe berichteten über ihr eigenes Schicksal und darüber, was sich für sie in den wenigen Wochen bei SPARK schon verändert hat. Sie erleben Gemeinschaft, erfahren Hilfe, lernen sich selbst neu kennen. Sie erwähnten ausdrücklich ihre Dankbarkeit für das Projekt, dass durch die Kolpingstiftung-Rudolf-Geiselberger aus Augsburg unterstützt wird. Mit dem Abspielen der weltweit wohl schönsten Nationalhymne von Südafrika schloß Mayer seinen kurzweiligen Reisebericht. Einen ausführlichen Reisebericht kann man in der Herbstausgabe 2017 des Kolping aktuell (https://www.yumpu.com/de/document/view/59629476/kolping-aktuell-2017-02-klein) nachlesen.


Besichtigung der Vorstadtkirche St. Salvator

Am 27.April 2018 lud die Kolpingfamilie Schrobenhausen alle Interessierten und besonders unsere Senioren zur Besichtigung der Vorstadtkirche St. Salvator und zum anschließenden gemütlichen Beisammensein mit Kaffee und Kuchen im Kolpinghaus ein.

Milli Nowak, unsere äußerst kompetente Kirchenführerin, übernahm dankenswerterweise sofort ehrenamtlich diese Aufgabe. In spannenden 75 Minuten erfuhren das gute Dutzend der teilnehmenden Gäste alles heimat- und kirchengeschichtlich Wissenswerte über die St. Salvator-Vorstadt und ihre "Christus salvator" geweihte Kirche. Mit der mehr als 1000-jährigen Geschichte der Schrobenhausener Vorstadt begann Frau Nowak ihre Ausführungen. Die Vorstadt erstreckt sich vor dem ehemaligen Obertor der mittelalterlichen Befestigungsmauer von Schrobenhausen, das Ende des 14. Jahrhunderts erbaut wurde. Bereits im 11. Jahrhundert wurde zum ersten Mal eine hölzerne Kapelle an diesem Ort erwähnt. 1435 gilt dann als Baubeginn von St. Salvator als steinernes gotisches Kirchlein. Die Vorstadt diente im Mittelalter schon als vorindustrieller Standort für die ersten Betriebe der Stadt Schrobenhausen. An der Paar wurde begonnen, Bier zu brauen, eine Papiermühle und Gerber nahmen dort ihre Tätigkeit auf. Auch die Gerichtsbarkeit vollendete auf dem Galgenfeld und anderen Vollstreckungsorten so manches Gaunerleben. Auch eine Vielzahl von Kriegen und Krankheiten, davon sei besonders die schwarze Pest erwähnt, ließen die Bevölkerung leiden. Nach diesem Einblick in die Heimatgeschichte der Vorstadt ging Frau Nowak im zweiten Teil ihrer Ausführungen auf die St. Salvatorkirche ein.

 

Ab 1660 begannen während der Wirkungszeit von Stadtpfarrer Johann Jakob Muggenthal umfangreiche Baumaßnahmen. Schlossermeister Legl schuf das schöne eiserne Gitter, das noch heute den Zugang zum Kirchenraum verschließt. Der gotische Satteldachturm wurde durch einen achteckigen barocken Aufsatz ersetzt, den wir immer noch bewundern. Im 18. Jahrhundert, während der Barockzeit, wurde der Innenraum zeitgemäß umgebaut. 1760 erschuf der fürstbischöfliche augsburgische Hofmaler Ignaz Baldauff aus Inchenhofen die beiden Fresken "Die Speisung der 5000" und "Christus am Teiche Bethesda". Ignaz Baldauff verewigte sich im ersten Fresko selbst und auch die Silhouette der Stadt Schrobenhausen. Den Baldachin-Hochaltar, die Seitenwangen des Kirchengestühls und die beiden Seitenaltäre erstellte der Schreinermeister Anton Johann Wiest, der auch an weiteren Kirchen im Schrobenhausener Raum tätig war.

Dies ist nur eine äußerst kurze Beschreibung in Stichpunkten, die dem Vortrag mit dem detaillierten Fachwissen von Milli Nowak in keiner Weise gerecht werden kann. Angehäuft mit so viel Informationen endete das Treffen gesellig bei Kaffee und Kuchen im Kolpinghaus.

An dieser Stelle nochmal ein herzliches "Danke schön" an Milli Nowak für ihre Bereitschaft, uns die St. Salvatorkirche näher zu bringen.


Kolpingsfamilie Schrobenhausen  beteiligt sich an Zukunftsprozess des Kolpingwerkes

In Augsburg haben rund 130 Teilnehmende eines Regionalforums über die Neuausrichtung und Öffnung des Kolpingwerkes Deutschland diskutiert. Auch die Kolpingsfamilie Schrobenhausen  war vertreten. „Der hohe Beteiligungsgrad freut mich sehr. Es war definitiv ein gewinnbringender Tag mit vielen tollen Impulsen“, resümierte eine Teilnehmerin.

Mit den bundesweit stattfindenden Regionalforen hat der 1850 gegründete Sozialverband ein interaktives Format entwickelt. Es ermöglicht allen interessierten Mitgliedern, im Rahmen eines vom Bundesvorstand angestoßenen Zukunftsprozesses zu Wort zu kommen. Die Veranstaltungen leiten dabei die zweite Phase des Erneuerungsprozesses „Kolping Upgrade... unser Weg in die Zukunft“ ein, der bereits im vergangenen Jahr mit einer Mitgliederumfrage gestartet war. Eine konkrete Marschrichtung für die zukünftige Verbandsentwicklung soll dann im Jahr 2020 durch die Bundesversammlung beschlossen werden.

Die ersten 15 von insgesamt 20 Regionalforen haben bereits tolle Ergebnisse geliefert. Auch in Augsburg brachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Erfahrungen und persönliche Meinungen unter reger Beteiligung in die Diskussion mit ein.

 

Hohe Beteiligung und Mut zur Veränderung

Um den gemeinsamen Austausch zu fördern, kamen während des Regionalforums vielfältige Methoden zum Einsatz: Während Einzelreflexionen konzentriert abliefen, wurde im Zuge von Gruppenarbeiten lebhaft diskutiert und meinungsfreudig auf Plakatwänden argumentiert. Nachdem einige Personen nach eigener Aussage eher skeptisch angereist waren, konnten so alle Teilnehmenden aktiv mitwirken und voller Begeisterung die Rückreise antreten. „Mir ist heute zum ersten Mal klargeworden, dass ich stolz bin, bei Kolping zu sein“, so ein Teilnehmer. Eine andere Stimme: „Wir konnten mitarbeiten, und nicht alles wurde – wie oft üblich – vorgesetzt.“

Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Regionalforen dabei vor allem in einem Punkt: Auch wenn es Mut zu notwendigen Veränderungen braucht, wird das Kolpingwerk weiterhin Gesellschaft und Kirche aktiv mitgestalten. Der Zukunftsprozess wird gelingen, denn: „Kolping lebt!“