Rückblick








2015


KOLPingtag 2015 in köln und schrobenhausen mittendrin

„Köln ist meine Stadt“, singt Adolph Kolping im Musical Kolpings Traum und es gibt wohl keine Stadt, die mit dem Kolpingwerk so verbunden ist wie die Rheinmetropole. Für drei Tage wurde nun Köln zu einer wahren Kolpingstadt als sich hier über 16.000 begeisterte TeilnehmerInnen, darunter auch eine Gruppe der Kolpingfamilie Schrobenhausen, zum großen Kolpingtag trafen.

Adolph Kolping starb vor 150 Jahren. Dieses Jubiläum bildete den wichtigsten Anlass für den Kolpingtag unter dem Motto „Mut tut gut“. Seine Person und sein Auftrag wurden dabei in den Blickpunkt gestellt.

hier zum ausführlichen Bericht von Maria Neumair

hier zur Bildergalerie


 

 

Kolpingfamilie-Spende für sozialstation sob

Bevor sich die Kolpingfrauen in den Sommerurlaub verabschiedeten, übergaben Barbara Fieger (links) und Gabi Mahl (rechts) noch einen Scheck in Höhe von 375 Euro an die Sozialstation Schrobenhausen, vertreten durch (v.l.n.r.) Josefine Tyroller, Sylvia Landsbeck und Pflegedienstleiterin Annette Eisenmann. Die Summe ist die zweite Hälfte des Erlöses aus der Osterkerzenaktion 2015 und kommt der Betreuungsgruppe für an Demenzerkranke zugute.


KOLPINGFAMILIE SCHROBENHAUSEN MEETS KOLPINGFAMILIE VELKÁ BÍTEŠ

14 MITGLIEDER UNSERER KOLPINGFAMILIE MACHTEN SICH FREITAG FRÜH ENDE MAI AUF DEN WEG ZU UNSERER PARTNER-KOLPINGSFAMILIE NACH VELKÁ BÍTEŠ IN TSCHECHIEN. 

Prag war dieses Mal unsere erste Station auf dem Weg dorthin. Nach einer kurzen Stärkung am Parkplatz ging es mit der Metro ins Zentrum der tschechischen Hauptstadt. Bei herrlichem Wetter genossen wir eine einstündige Schifffahrt auf der Moldau, wobei wir schon manche Sehenswürdigkeiten von Prag entdecken und bewundern durften. Danach blieb noch etwas Zeit, um über die berühmte Karlsbrücke zu schlendern und einen kurzen Spaziergang durch die prächtige Innenstadt zu machen, bevor wir wieder weiter fahren mussten. Allen war jedoch klar, dass dies nicht der letzte Besuch in dieser wunderschönen Stadt bleiben wird.

Um kurz nach 19.00 Uhr erreichten wir dann den Pfarrgarten von Velká Bíteš , wo wir bereits mit Lagerfeuer und Grillgut erwartet und sehr herzlich begrüßt wurden. Neben unseren altbekannten Kolpingern waren auch einige junge Firmlinge dabei. Nach dem Essen und einem Kennenlernspiel unterhielten wir uns bis spät in die Nacht. Am Samstag besuchten wir zuerst Poex www.poex.cz/de/ - eine Firma, die Nüsse und Früchte mit Schokolade überzieht, Frühstückssnacks, goldene Schokoladentaler und Knabbersachen herstellt. Auftraggeber sind bekannte Firmen wie Kaufland, Nestlé etc. Der Direktor persönlich führte uns durchs Werk und erklärte die verschiedenen Produktionsvorgänge. Das war äußerst interessant und wurde mit einer herrlichen Schokoladenverköstigung, frischen Früchten im Schokoladenbrunnen und anderen Kostproben abgerundet. Anschließend besuchten wir das Schloss inVelké Meziříčí. Hier empfing uns der der Graf von Podstatzký-Liechtenstein persönlich und führte uns durch die teils auch privaten Gemächer.Hier wurde Geschichte wieder lebendig. So ist dort z. B. das Batisttaschentuch ausgestellt, mit dem der Großvater des Grafen - seinerzeit im Dienst des Kaisers - beim Attentat auf Kaiser Franz Ferdinand dessen Blut von den Lippen abgewischt hatte. Somit kann man heute im Schloss Velké Meziříčí „das erste im Ersten Weltkrieg vergossene Blut“ betrachten. Graf von Podstatzky-Liechtenstein erzählte viel über all die hochrangigen Vorfahren und deren Verbindungen zu anderen Adelsgeschlechtern weltweit. Er selbst ist erst nachdem er 30 Jahre enteignet im Exil in Chile, Spanien und Frankreich gelebt hat wieder Besitzer des neu renovierten Schlosses. Seine Erzählungen waren überaus spannend und interessant. Nach dem Mittagessen im Ortskern von Velké Meziříčí bestiegen wir noch den Turm des Doms Heiliger Nikolaus und genossen die schöne Aussicht über die Stadt. Eine Oldtimer-Traktoren-Ausstellung, bei der alte und neue Maschinen bestaunt und auch gefahren werden konnten war das nächste Ziel. Da gab es viele uralte, alte und auch neuere landwirtschaftliche Fahrzeuge und Maschinen zu besichtigen. Am Abend waren wir zu Gast bei der Freiwilligen Feuerwehr, die für uns alle grillte. Es wurden Fotos gezeigt von den verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen seit unserem letzten Treffen. Ein Geschwister-Ensemble mit Gesang und verschiedenen Instrumenten spielte auf zur Unterhaltung und auch zum Tanz, was auch gut genutzt wurde. Da blieben nur ganz wenige auf ihrem Stuhl sitzen. Das war ein lustiger, unterhaltsamer Abend.

Am nächsten Morgen durften Schrobenhausener die Kirchenglocken von Velká Bíteš läuten. Alle 7 Glocken auf zwei Türmen werden noch von Hand gezogen. Nach der Messe spazierten wir zu einer neu renovierten kleinen Jakobs-Kapelle, vor der auch eine Jakobs-Quelle ist. Dort sangen wir gemeinsam Kolpinglieder, auf deutsch, auf tschechisch, das Vater Unser beteten wir parallel in beiden Sprachen.

Ein paar tschechische Freunde tanzten einen traditionellen Volkstanz in der wunderschönen Maienwiese, Tobi führten sie einfach mit. Es war eine spontane und gelungene Vorführung. Fast schon traditionell endete unser Besuch mit dem Mittagessen in einer Gaststätte in Velká Bíteš , bevor es wieder Zeit war, Abschied zu nehmen und in die Busse zu steigen, um nach Hause zu fahren. Selbstverständlich ist bereits der Gegenbesuch im nächsten Jahr in Schrobenhausen in Planung und es gibt auch schon eine Idee für unseren nächsten Besuch in Tschechien in zwei Jahren, nämlich sich evtl. gleich in Prag zu treffen und dort ein gemeinsames Wochenende zu verbringen.

Wieder einmal hatten wir sehr schöne, bereichernde Tage mit unseren Freunden in Velká Bíteš , es ist schon so viel Vertrautheit da, es gibt keine Berührungsängste mehr. Und manchmal merkt man schon gar nicht mehr, dass nicht alle dieselbe Sprache sprechen. Danke Velká Bíteš !

Michael und Brigitte Behrendt

 


 

Neu bei kolping:
füreinander - miteinander

Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige

Seit Oktober gibt es sie, die Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige, die von Ute Natzer und Brigitte Behrendt in‘s Leben gerufen wurde. Ausschlaggebend waren die persönlichen Erfahrungen der beiden in der Pflege sowie die Arbeit mit Betroffenen. Wie schnell kann jeder von uns in die Situation geraten, dass Partner oder Partnerin, Eltern oder sonstige Angehörige durch ein unvorhergesehenes Ereignis oder auch nach und nach zum Pflegefall werden. Plötzlich ist nichts mehr wie vorher. Zunächst muss man sich in diese neue Aufgabe einfinden und sich irgendwie arrangieren. Bereits das ist eine große Herausforderung, wenn man keine Erfahrung hat. Wo bekommt man in einer solchen Situation was und welche Hilfen? Wo gibt es Unterstützung? Wen kann man fragen? Wie kriege ich mein eigenes Leben dabei noch geregelt? sind nur einige der Überlegungen.

Ziel des „Pflege-Treffs“ ist es, einen Ort zu geben, an dem Austausch und Hilfestellung möglich ist mit und von Menschen, die bereits Erfahrung haben. Ein Ort, an dem man hören kann, wie andere mit bestimmten Dingen umgehen. Ein Ort, an dem man einfach selber mal erzählen kann und die Menschen zuhören, wo gemeinsam nach Lösungen gesucht wird. Immer wieder sind Fachleute und Referenten dabei, die über bestimmte Angebote, Hilfen und Möglichkeiten informieren und sich den Fragen der Betroffenen stellen.


sonderaktion

der Kolpingfamilie Schrobenhausen zugunsten der Schrobenhausender Tafel am Palm-Sonntag

Weil es immer weniger Lebensmittelspenden vor den Feiertagen gibt für die Tafel, haben wir uns entschieden, am Palmsonntag eine Sonder-Sammelaktion zu starten und bei allen Gottesdiensten Lebensmittel-Spenden zu sammeln. Die Aktion hat gezeigt, dass es eben doch vielen ein Anliegen ist, denen „ein Stück mehr“ zukommen zu lassen, die aus den verschiedensten Gründen gerade nicht in der Lage sind, sich das Nötigste selbst zu kaufen.

Foto: Frau Ingeborg Winderl (1. Vorsitzende von der Schrobenhausener Tafel) und Brigitte mit einem Teil der Spenden.

Besonders im Familien-Gottesdienst, der zugleich Vorbereitungs-Gottesdienst für die Erstkommunion war, kamen viele Spenden-Pakete, sodass wir in der Lage waren, 6 große Kisten voller Nudeln, Reis, Mehl, Müsli, Milch, Kaffee, Konserven und anderen Lebensmitteln weiterzugeben wie auch reichlich Schokolade und Süßigkeiten. Somit können sich dieses Mal die Kinder schon zu Ostern und nicht erst danach auf Osterhasen und sonstige Leckereien freuen.

Auch bedanken wir uns sehr herzlich für die ganz besondere Spende eines Bäckers, der seinen Chef darum bat, das frische, nicht verkaufte Brot des Tages für unsere Aktion zu spenden. Somit bekamen wir einen Korb voller frisch duftender Brote. „Vergelt‘s Gott!“ dafür und natürlich allen, die sich mit einer Spende beteiligt haben.


Bezirksoasentag in schrobenhausen

Am 15. März trafen sich ungefähr 50 Kolpinger aus dem Bezirk Altbayern-Paargau zum Oasentag im Kolpinghaus in Schrobenhausen. Auch einige Gäste aus Biberbach waren mit dabei. Diözesanpräses Alois Zeller und sein Team hatten den Tag unter das Motto „Mut tut gut“ gestellt, welches sich bis zum großen Ereignis, dem Kolpingtag 2015 in Köln, ohnehin durch‘s Jahr zieht bei Kolping. Wie ein roter Faden zog sich das Thema auch durch den Oasentag. So durften einige Teilnehmer auch gleich ihren Mut beweisen und einiges erkunden, ertasten und erraten, das verhüllt in der Runde des Plenums stand. Ihre Gesichter ließen manche Überraschung erkennen. Ganz mutig haben einige die per Los gezogenen Aufgaben vor der Gruppe vorzuführen bewältigt. In Kleingruppen wurden anhand unterschiedlichster Berichte verschiedene Aspekte von Mut beleuchtet:

Mut, Übermut, Demut, Mutlosigkeit,...

Dass auch Propheten aus dem alten und neuen Testament viel Mut bewiesen haben, wurde anhand verschiedener Bibel-Texte deutlich, die in Gruppenarbeit erarbeitet und im Plenum besprochen wurden. Auch Jesus Christus hatte viel Mut, er beweist es uns täglich, wenn wir an ihn glauben. Passende Lieder, auf der Gitarre begleitet von Gabi Schöner aus der KF Fischach, und Texte zum Thema Mut ergänzten das Programm und machten mehr und mehr Mut. Adolph Kolping hatte jede Menge Mut, wenn wir an sein Werk denken, das er aufgebaut hat. Uns will er Mut machen, weil „Mut gut tut!“ So die Worte von Alois Zeller und seinem Oasenteam.

Bei Butterbrezen, Kuchen und Kaffee gab es in der Pause Zeit für bereichernde Gespräche und Austausch. Der Gottesdienst zum Abschluss machte den Tag völlig rund. Im Landgasthof Zanker klang beim gemeinsamen Mittagessen der Tag in gemütlicher Runde aus. So gilt an dieser Stelle ein herzliches „Vergelt‘s Gott“ Alois Zeller, dem Vorbereitungs-Team und Gabi Schöner für diese schöne und Mut machende gemeinsame Auszeit in Schrobenhausen.


fremde werden freunde

 

"Fremde werden Freunde" so lautet der Projekttitel zum Engagement des Kolpingwerkes für Flüchtlingen und Asylbewerber. Wir haben am Donnerstag, 29.01.2015 das neue Angebot eines Themenabends getestet.

 

„Fremde werden Freunde“ bei Kolping

 

„Kein Flüchtling verlässt sein Land freiwillig!“ Dieser Satz prägte maßgeblich den Themenabend „Fremde werden Freunde“. Katja Weh-Gleich, Bildungsreferentin des Kolpingwerks Augsburg und Pauline Hesse-Hoffmann, ehrenamtliche Asylbegleiterin in der Kolpingsfamilie Buchloe begrüßten die rund 25 Gäste im Kolpinghaus in verschiedenen Sprachen zu einem Abend, der „kein reiner Vortragsabend wird, bei dem Sie sich gemütlich zurücklehnen können.“

 

Begrüßungsspiel

Den Auftakt bildete ein Begrüßungsspiel, bei dem die Anwesenden in zwei Gruppen, Gast und Gastgeber, geteilt wurden. Jeder Mitspieler erhielt eine eigene, geheime „Regieanweisung“, die er in einer Begrüßungsszene mit seinem Pendant nur pantomimisch darstellen durfte. Und bereits hier wurden den Teilnehmern bewusst, wie schwierig es sein kann, auf Fremde zuzugehen. Denn bereits im Begrüßungsritual führen Reaktionen und Körpersprache des anderen, die meist so gar nicht in das eigene Denkmuster passen, zu Verwirrung und Ratlosigkeit. Daher sei es oftmals besser, sich keine Strategie im Umgang mit „dem Fremden“ zurechtzulegen, sondern einfach „offen zu sein“, wie es ein Teilnehmer formulierte.

 

Was lassen Flüchtlinge zurück?

Was schätzen wir an unserem Zuhause, was spielt für uns eine Rolle, damit wir uns wohlfühlen? Die Antworten auf diese Fragen sind so vielfältig wie die Anzahl der Personen, die sie beantworten. Sie reichen von Partnerschaft, Familie, Bildung, Essen, soziales Umfeld, Frieden, Meinungsfreiheit bis hin zu persönlichen Erinnerungsstücken und Traditionen. Die Frage, was Flüchtlinge wohl auf der Flucht zurücklassen, beantwortete sich im nächsten Augenblick fast wie von selbst: Genau das, was für uns normal ist!

 

Erfahrungen als Asylbegleiterin

Pauline Hesse-Hoffmann setzte hier an und schilderte ihre Erlebnisse und Erfahrungen als ehrenamtliche Asylbegleiterin, berichtete von sogenannten Dublin -2-Fällen, von Asylverfahren, die sich über Monate, teils Jahre hinziehen - für die Asylsuchenden immer mit der Angst der Ablehnung verbunden. Denn bei Ablehnung des Asylantrags haben sie innerhalb einer Woche Deutschland zu verlassen und zurückzukehren. Nur wohin – zurück? In dieser Angst spiegelt sich das „Übergepäck“ wider, wie es Katja Weh-Gleich betitelte, das Flüchtlinge mitbringen: Angst um die eigene Zukunft, Angst um die zurückgelassenen Angehörigen, Hilflosigkeit in der Fremde, materielle Not, Heimweh bis hin zur Angst vor Fremdenhass!

 

Aufeinander zugehen!

Ein eindrucksvoller Abend mit zwei charismatischen Referentinnen, der zum Nachdenken anregt: Integration ist wie eine große Reise, sie fängt auch mit einem ersten kleinen Schritt an. Und dieser erste Schritt sollte ein Aufeinander zugehen sein.