Kolping - eine Weltfamilie, lebendig und stark



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 Angelika Hartwig (3. v. li.) und Horst Knopf (2. v.re.). Ihnen zur Seite stehen Bezirkspräses Michael Popfinger (2. v. li.) und Schriftführer Peter Petters (3. v. re.). Mit im Bild links Reinhold Padlesak und rechts Klaus-Dieter Ruf.
Angelika Hartwig (3. v. li.) und Horst Knopf (2. v.re.). Ihnen zur Seite stehen Bezirkspräses Michael Popfinger (2. v. li.) und Schriftführer Peter Petters (3. v. re.). Mit im Bild links Reinhold Padlesak und rechts Klaus-Dieter Ruf.

Stabwechsel im Kolping-Bezirksverband Altbayern-Paargau

Angelika Hartwig wird neue Vorsitzende, Horst Knopf ihr Stellvertreter

Angelika Hartwig ist neue Vorsitzende des Kolping-Bezirksverbands Altbayern-Paargau. Die gebürtige Schrobenhausenerin wurde bei der Bezirksversammlung in Mering einstimmig ins Amt gewählt. Als Stellvertreter steht ihr in den nächsten Jahren Horst Knopf, ebenfalls von der Kolpingfamilie Schrobenhausen, zur Seite. Schriftführer ist Peter Petters von der Kolpingfamilie Mering und Bezirkspräses Diakon Michael Popfinger aus Tödtenried (Gemeinde Sielenbach). Neben den zahlreichen Kolpingmitgliedern aus dem ganzen Bezirk konnte der scheidende Vorsitzende Klaus-Dieter Ruf (KF Mering) auch die Bezirksbeauftragte des Diözesanverbands Augsburg Sabine Liebermann und den Regionalbeauftragten Reinhold Padlesak begrüßen.

Mit dem biblischen Geschichte des Zöllners Zachäus, der von seinem Baum heruntersteigt, Jesus in sein Haus einlädt und fortan ein besserer Mensch werden will, stellt Bezirkspräses Popfinger in seiner Einstimmung die Frage, ob die Kirche von heute nicht ebenfalls heruntersteigen sollte und sich wieder mehr dem Menschen zuwenden sollte, wie es z. B. Papst Franziskus vorlebt.

In launigen Worten ließ Reinhold Padlesak die mehr als 16 Jahre Revue passieren, in denen Klaus-Dieter Ruf das Amt des Bezirksvorsitzenden innehatte und dankte ihm für all den Einsatz in dieser Zeit. Im Rückblick der Bezirksaktivitäten des vergangenen Jahres stachen die Bezirksmaiandacht in Steinerskirchen sowie der Oasentag in Oberbernbach zum Thema „Der Barmherzigkeit auf der Spur“ besonders hervor. Als erster Termin für das neue Jahr steht der Oasentag im März 2017 unter dem Motto „Warum habt ihr Angst? Habt ihr (k)einen Glauben?“ in Pöttmes bereits fest. Weitere Termine sollen erst nach der ersten Sitzung des neuen Vorstands festgelegt werden.

Die Rückblicke der einzelnen Kolpingfamilien zeigte wieder, wie vielfältig und bunt Kolping und das Leben in den Kolpingfamilien ist. Allerdings steht auch Kolping vor dem Problem des Mitgliederrückgangs sowie der immer schwieriger werdenden Suche nach engagierten Mitstreitern. Im Ausblick auf 2017 stellte Sabine Liebermann Aktionen und Arbeitshilfen des Diözesanverbands zur Vorbereitung auf die Bundestagswahl (Thema: „heute für morgen. wählen!“) und die Sozialwahl („Dreifach Christlich. Einfach Menschlich“) sowie zur Ökumene anlässlich 500 Jahre Reformation vor. 


50 Jahre - und das ist erst der Anfang!

Jubiläumsfrauentag im Kolpingsaal Augsburg

Unter diesem Motto feierten am vergangenen Samstag über 70 Frauen im Kolpingsaal Augsburg das 50jährige Jubiläum der Aufnahme von Mädchen und Frauen im Verband.

Im August 1966 kam aus Würzburg der Antrag, Frauen und Mädchen als gleichwertige Mitglieder in den Verband aufzunehmen. Mittlerweile wäre das Kolpingwerk ohne das Engagement der Frauen nicht mehr denkbar.

Viele Frauen der ersten Stunde waren der Einladung gefolgt. Schon beim Stehempfang hatten sich alle viel zu erzählen. Zur großen Freude der Vorsitzenden Sonja Tomaschek war auch die Landesvorsitzende des Kolpingwerkes, Dorothea Schömig aus Würzburg angereist.

Der Frauentag hat im Diözesanverband Augsburg bereits Tradition. Ideen, Inhalte und Vorbereitungen stammen aus dem engagierten Team der Arbeitsgruppe Frauen, die von Angelika Hartwig geleitet wird. Auch in diesem Jahr wurde den Teilnehmerinnen einiges geboten. Nach der herzlichen Begrüßung durch Angelika Hartwig entführte Gabriele Sichelstiel aus der Arbeitsgruppe Frauen die Teilnehmerinnen gedanklich in das Jahr 1966. Musikalische Highlights, gesellschaftliche Umbrüche und der Wandel der Geschlechterrollen bewegten seinerzeit die Gemüter. Dem konnte sich auch der einstige katholische Gesellenverein nicht entziehen. Die Arbeitsgruppe Frauen bot auf der Bühne eine Versammlung altgedienter, männlicher Kolpingmitglieder dar, die sich über den Antrag aus Würzburg echauffierten, was zum Schmunzeln anregte.

Anschließend verlas Sonja Tomaschek, Vorsitzende des Kolpingwerkes Augsburg den Originalantrag von 1966, in dem der damalige Diözesanpräses Dr. Rössler feststellte:

"Von unserer Tradition spricht wenig dafür, von der Gegenwart her spricht einiges dafür, auf Zukunft hin gesehen spricht alles dafür."

Zunächst traute man den Frauen wenig zu und verwies auf "Kinder, Küche, Kirche". Brigitte Essl aus Bad Wörishofen und Martina Grassl ließen sich davon wenig beeindrucken. Während Brigitte Essl bald die erste hauptamliche Mitarbeiterin für Mädchen und Frauen wurde, gründete Martina Grassl in Fischach eine Mädchenfußballmannschaft. Unter ihrer Mitarbeit schnellten die Zahlen der weiblichen Mitglieder in die Höhe. "Was täten wir nur ohne unsere Mädchen?" hieß es nun auch von den Kolpingbrüdern. Die Frauen fühlten sich bald im Verband zuhause, denn er bot ihnen Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen.

Dem großen Engagement von Sonja Tomaschek und Angelika Lausser ist es zu verdanken, dass sich im Diözesanverband Augsburg 1996 eine bis heute aktive Frauengruppe etablieren konnte. Aus dieser Zeit berichtete Prof. Dr. Martina Steber. Sie stand für die junge Generation  und engagierte sich in den 1990er Jahren als Diözesanleiterin. Sie kämpfte nicht mehr um Anerkennung als Frau im Verband, sondern setzte sich für die Besetzung höherer Ämter durch Frauen in der Kirche ein. Bis heute ein aktuelles Thema.

Am Nachmittag folgte der inhaltliche Teil der Veranstaltung. In den "speakers corners"  standen Referentinnen den Teilnehmerinnen Rede und Antwort zu fünf Themenkreisen. In Kleingruppen erarbeiteten sich die Frauen "Visionen für die nächsten 50 Jahre" in den Bereichen Frauen und Kirche (Dr. Ursula Schell), Frauen und Politik (Angelika Lausser), Frauen in der Arbeitswelt (Katja Weh-Gleich), Frauen international (Katharina Heckl) sowie Frauen in Integration und Bildung (Verena Decker). "Den Blickwinkel von Frauen in Leitung und Deutung der Kirchen einfließen lassen", "das Priesteramt und Diakonat für Frauen öffnen", "Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer möglich machen" und "wieder mehr auf Umwelt und Mitmenschen achten, statt nur auf sich selbst" waren einige der Visionen.

Beim festlichen Gottesdienst mit Präses Alois Zeller klang ein rundum gelungener Frauentag 2016 aus.

 

Text: Barbara Heinze, Foto: Lena Hartwig